Writers

  • Die Grundregeln und Kriterien für AutorInnen wurden im Rahmen einer öffentlichen Sitzung mit der Berliner Freien Szene im Februar 2016 entwickelt. Wir wollten herausfinden, inwieweit wir während der Pilotphase von INTERNATIONAL NOTICE ein Format entwickeln können, über verschiedene Performances zu schreiben, das der Freie Szene zu Gute kommt, konstruktiv und kreativ ist. Hier sind die Grundregeln, die wir ausgearbeitet haben.
  • Die fünf goldenen Regeln


    1. Sei ehrlich aber nicht unhöflich auf einer persönlichen Ebene. Vermeide übermäßige Diplomatie.

    2. Sei subjektiv. Spekuliere nicht über die Absichten der Macher*innen. Schreib darüber, was das Stück in Dir ausgelöst hat.

    3. Es ist nicht Deine Aufgabe, das Stück an die Leser zu verkaufen, oder sie daran zu hindern, es zu kaufen.

    4. Du musst nicht beurteilen ob die Arbeit gut oder schlecht war oder ob sie funktioniert oder nicht. Du kannst Fragen stellen.

    5. Du musst für niemanden anderes als für Dich selbst sprechen.

  • EINE WEITERE REGEL FÜR DIE MACHER*INNEN


    6. Ihr müsst Eure Arbeit gegenüber den Autor*innen nicht verteidigen!

  • GEDANKEN, PROVOKATIONEN & IDEEN


    _ Auch wenn Euch die Performance nicht gefallen hat, könnt ihr trotzdem einen interessanten Text schreiben, indem Ihr Euch damit auseinandersetzt?

    _ Fragt Euch: „Wird das was ich schreibe auch im nächsten Jahr noch von Interesse sein?”

    _ Fragt Euch: „Unterstelle ich jemanden etwas?“

    _ Seit mutig in Eurem Schreiben und seht es als eine Kunstform. Geht über die einfache Beschreibung hinaus, und haltet Euch nicht nur daran fest, was die Performance sagen will.

    _ Seit neugierig und offen. Wie ist es Euch ergangen? Welche Fragen hat die Arbeit in Euch aufgeworfen? Was passierte später? In den darauffolgenden Tagen? Gab es neue Fragen? Habt Ihr davon geträumt?

    _ Überlegt Euch eine spezielle Haltung zum Thema, es ist in Ordnung auch mal eine Gegenposition zu vertreten. Wenn dem so ist, dann macht dies in Eurem Text deutlich.

    _ Zieht in Erwägung die gängigen Kriterien über den Haufen zu werfen und erschafft Eure eigenen. Wenn dem so ist, dann macht dies in Eurem Text deutlich.

    _ Denkt an Eurer persönliches Interesse, Eure subjektive Haltung. Könnt Ihr die in Eurem Text zum Ausdruck bringen?

    _ Seht das Schreiben als Übung an Eure Gedanken zum Ausdruck zu bringen. 

    _ Überlegt, wie sich die vielfältigen Dimensionen der Performance verstehen lassen - anders als Bilder.

  • EINIGE WORTE ZUM LEKTORAT UND EINSTIEG


    Es ist sowohl für INTERNATIONAL NOTICE als auch die Künstler*innen wichtig, Texte von guter Qualität zu produzieren. Deshalb wird jeder Text mehrere Ebenen der Diskussion, Überarbeitung und Korrektur durchlaufen. Dies kannst du als eine Art Zusammenarbeit mit INTERNATIONAL NOTICE verstehen und auch als Gelegenheit, Einblicke in dein eigenes Schreiben zu erhalten. Das Maß an Sorgfalt, das jedem Beitrag zuteil wird, ist ein Ausdruck der Achtsamkeit für ihn, für die Ideen die er transportiert und für Sprache im Allgemeinen. Gemeinsam werden Autor*in und Lektor*in sicherstellen, dass jeder Text so gut ist, wie er nur sein kann.

    Falls du unsicher bist, wo du mit dem Text anfangen sollst, ist es das Beste, einfach deinem Instinkt zu folgen, dich von den obigen Provokationen inspirieren zu lassen und dir um die Details keine Sorgen zu machen – die werden später ausgebügelt. Die Lektoren werden alle Beiträge Korrektur lesen/redigieren, können aber auch dabei helfen, sie zu strukturieren, Ideen zu verdeutlichen und externe Hinweise anbieten. Sag deinen Lektoren, was du brauchst. Zu guter Letzt: wir müssen nicht helfen, wenn du das nicht möchtest. Gestalte diese Erfahrung so, wie es am besten zu deinem Schreiben passt.

  • LEKTOREN


    Richard Aslan (EN)


    Claudia Basrawi (DE)


    Louise Trueheart (EN)


    Wir hoffen, du hast beim Schreiben deines Stücks viel Spaß! Bei Fragen, melde dich bei uns, oder kontaktier direkt deine/n Lektor*in.